Kicken kann er

Vier Jahre lang haben Oliver Fritsch, Christian Spiller und Fabian Scheler bei Kicken kann er über die besten Fußballerinnen und die besten Fußballer unserer Zeit gesprochen. Im Januar 2026 veröffentlichten sie die vorerst letzte Folge – doch nun kehrt Kicken kann er für die Fußball-WM zurück. Christian Spiller und Oliver Fritsch begleiten die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada als Reporter. Gemeinsam mit Fabian Scheler werden sie in einem Videopodcast über ihre Eindrücke sprechen und alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft nach Abpfiff analysieren. Weitere Folgen werden zum Eröffnungsspiel und zum Finale erscheinen. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

Listen on:

Episodes

Feb 21, 2024

57 min

Mohamed Salah führt die Scorerliste der Premier League an, mal wieder. Der Mann vom FC Liverpool gehört seit Jahren zu den besten Stürmern der Welt. Grund genug, ihn endlich auch im Fußballpodcast von ZEIT ONLINE zu besprechen. In "Kicken kann er" sezieren die Hosts sein Spiel – und seine Wirkung neben dem Platz.Mit seinen Nähmaschinenschritten und seinen Schlenzern ins lange Eck ist Salah zum Schrecken der europäischen Defensiven geworden. Doch so talentiert wie etwa Kylian Mbappé ist er nicht. "Salah musste Umwege gehen, hat sich das erarbeitet", sagt Oliver Fritsch. Und Salah fand in Liverpool und Jürgen Klopp das perfekte Ziel. "Die Schnelligkeit, die Intensität, die 'work ethic', das passt zusammen", sagt Christian Spiller. Deshalb rät Fritsch: Bloß nicht den Verein wechseln.Die beiden Hosts reden auch über englische Fangesänge und den Salah-Effekt, also wissenschaftlich nachgewiesenermaßen weniger Hassverbrechen gegen Muslime in Liverpool seit Salah dort spielt. "Da zeigt sich der Wert des Sports", sagt Fritsch.Außerdem im Podcast: Salahs typischer Torjubel, ein O-Ton aus Kairo, Mr. X im De-Jong-Fieber und eine Top 5 mit Said al-Uwairan.Szenen und Texte, die wir in dieser Folge besprechen:- Salahs Torjubel- alle Tore für Liverpool- Fangesang "Egyptian King"- Fangesang "If he scores another few"- Tor von Al-Uwairan 
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Feb 7, 2024

1hr 2 min

Der Fußballer Florian Wirtz ist noch so jung, dass er sich die Fußballvokabel Vizekusen erst erklären lassen musste. Dabei ist sein Arbeitgeber, Bayer Leverkusen, gemeint. Der ewige Zweite (Vize-Meisterschaft 2000, Vize-Meisterschaft, Zweiter im DFB-Pokal und Champions League-Finalist 2002) schickt sich nun jedoch an, den von Bayer geschützten Begriff endlich in der Vergangenheit anzusiedeln.  Die Gegenwart heißt: Tabellenführung und das ohne Niederlage. Das liegt auch an Florian Wirtz, dem diese Episode des Fußballpodcasts Kicken kann er gewidmet ist. "Wir reden über den besten Spieler der gegenwärtig besten deutschen Mannschaft", sagt Host Fabian Scheler. Leverkusen spielt an diesem Wochenende gegen den FC Bayern, Wirtz sei "die große Hoffnung auf das Ende der Bayernserie", wie ein Hörer seinen Wunsch nach einer Besprechung von Wirtz formulierte. Bereits jetzt liegt seit Marktwert bei mehr als 100 Millionen Euro. "Er ist das nächste deutsche Großtalent. Mal sehen, was aus ihm wird", sagt Oliver Fritsch.  Fritsch fokussiert seine Analyse auf Wirtz' geschicktes Dribbling, seinem fast immer richtigen Timing und dem festen Schuss mit beiden Füßen. Scheler hat beobachtet, wie Wirtz sich durch kluge Positionierung vor und bei der Ballannahme einen Vorteil verschafft. Außerdem sei Wirtz ein intuitiver Fußballer, sagt Scheler: "Er lässt Dinge passieren", auch weil seine Trainer, wie etwa der U17-Weltmeistertrainer Christian Wück, ihm diese Freiheit stets gegeben haben. Darüber muss Fritsch nachdenken: "Strategisch spielen ist kein Nachteil, das braucht jedoch Anleitung." Da könne er noch besser werden, zudem muss er seine exakte Rolle noch finden. Wirtz sei außerdem noch ein bisschen Klappergestell, findet Fritsch.  Doch man sieht anhand von Wirtz, wie entscheidend die Trainerwahl für einen Bundesligisten sein kann. Bayer-Trainer Xabi Alonso "führt der Bundesliga die Mängel vor, weil er mit dieser Mannschaft oben steht", sagt Fritsch. Die beiden Hosts analysieren, wie es Alonso, einem der größten Strategen der Fußballgeschichte, gelungen ist, seine auf Ballbesitz und Spielkontrolle basierende Spielidee zu etablieren. Das führt sogar dazu, dass Fritsch anerkennend auf ein Wort aus dem Kicken-Kann-Er-Index zurückgreift: der Spielphilosophie.In der Nationalmannschaft spielt Wirtz hingegen bisher keine Rolle. Mit Jamal Musiala hat er dazu einen Konkurrenten, der nur drei Monate älter ist und dessen Profil seinem ähnelt. Vor der EM fragt sich das fußballinteressierte Land: Kann man diese beiden talentierten Fußballer auch gemeinsam auflaufen lassen? Fritsch hat die Antwort.  Die Top 5 ist eine Hommage an den Fußballstandort Leverkusen, der Retorte unter den Traditionsclubs. Mister X widmet sich zwei Spielern der Nullerjahre und wie immer beschließt die Powercard-Wertung die Sendung.  Schreiben Sie uns! Kritik zur Sendung und Vorschläge für Mister X nehmen wir unter fussball@zeit.de entgegen.  Szenen, Artikel und Videos, über die wir gesprochen habenFlorian Wirtz über sein Tor gegen Freiburg  Wer ist besser: Jamal Musiala oder Florian Wirtz?  1988: Bayer 04 Leverkusen – Espanol Barcelona 3:0 nach VerlängerungNigel de Jong über sein Foul an Xabi AlonsoFabian Scheler über Xabi Alonso: der ÜberschätztePhilipp Lahm über Xabi Alonso: Was die Bundesliga bei der Trainerwahl seit Jahren falsch machtReiner Zietsch, Co-Trainer der deutschen U17-Weltmeister, über die deutsche TalentförderungAlle Powercard-Wertungen aller Episoden
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Jan 24, 2024

1hr 17 min

Eigentlich hätte man nur für Franz Beckenbauer, der am 7. Januar verstarb, den Fußballpodcast von ZEIT ONLINE erfinden müssen. So einzigartig und schwebend spielte Beckenbauer in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren, dass man Stunden über ihn reden könnte. "Er schaffte, was nur die Großen schaffen: das Schwierige mühelos aussehen zu lassen", sagt Christian Spiller, einer der beiden Hosts. Oliver Fritsch sagt, Beckenbauer sei seiner Zeit um Jahrzehnte voraus gewesen. "Als hätte man ihn mit einer KI reingerechnet."In der neuesten Folge von Kicken kann er aber schwärmen die Hosts nicht nur, sondern schauen auch kritisch auf die Figur Beckenbauer. Als Trainer etwa war Beckenbauer zwar erfolgreich, agierte aber nicht besonders innovativ. Und als Funktionär sammelte er auch Verfehlungen. "An dem aktuellen Glaubwürdigkeitsverlust des Fußballs hat Beckenbauer mitgeschrieben", sagt Fritsch.Außerdem im Podcast: Warum eine Mauer in einem Leben so eine wichtige Rolle spielte, verschiedene Fakultäten, ein ehrlicher Moment von Waldemar Hartmann und unsere Top Five der deutschen Marken.Szenen und Texte, die wir in dieser Folge besprochen haben:"Gute Freunde"Best of WM 1966 Tor des Monats März 1974 Die andere FakultätVideo Waldemar HartmannDes Kaisers Jähzorn Adidas und die SportkorruptionDer Sommermärchen-Prozess Nachruf auf ZEIT ONLINE
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Dec 20, 2023

53 min

In der letzten Folge von "Kicken kann er" dieses Jahres widmen sich die beiden Hosts dem Torhüter Marc-André ter Stegen. 2024 nämlich könnte das Jahr werden, in dem er sein erstes Turnier als Stammtorhüter der Nationalelf bestreitet. Könnte. Denn Manuel Neuer ist zurück und will auch beim DFB wieder ins Tor. Wer die neueste Ausgabe des ewigen deutschen Duells um die Nummer 1 gewinnen wird, darauf möchten sich Oliver Fritsch und Christian Spiller – ungewöhnlich meinungsschwach – nicht festlegen.
Worin sie sich im Fußballpodcast von ZEIT ONLINE aber sicher sind: Ter Stegen ist ein erstklassiger Torhüter. "Mit dem Ball am Fuß besser als Neuer", sagt Fritsch. Zudem hat er überragende Reflexe. "Da fliegen die Gliedmaßen nur so durch die Gegend", sagt Spiller.
Einen Disput haben die Hosts in der Frage, ob der Torhüter davon profitiert, außerhalb Deutschlands zu spielen, oder ob es ihm schadet. Oliver Fritsch ist sich zumindest sicher, dass ter Stegen in Barcelona am richtigen Platz ist, weil seine Spielweise der von Barca entgegenkommt.
Allerdings vermissen die beiden Hosts bei ter Stegen ein Hauptmerkmal deutscher Torhüter: Verrücktheit. "Er ist deshalb ein undeutscher Torhüter", sagt Fritsch. Auch, weil er eher von seiner Geschmeidigkeit als seiner Physis lebt.
Außerdem in der Folge: Mr. X ist zurück. Und welche Torhüter der ehemaligen DDR schaffen es in die Top Five?
Szenen, die wir in der Folge besprochen haben:
Fehler gegen die USA
Beste Paraden
Ter Stegen und die Füße
Ter Stegen spricht Spanisch
Rene Müller gegen Girondins Bordeaux
Interview mit der "SZ"
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Nov 29, 2023

1hr 8 min

Mit der Entscheidung, Kai Havertz in die Abwehr zu stellen, hat Julian Nagelsmann seine Experimentierfreude bewiesen. Seitdem diskutiert die Nation, ob das eine gute Idee war, wo Havertz besser aufgehoben ist und welcher Außenverteidiger wirklich besser ist? Überhaupt gibt es durch die vielen Wechsel in den vergangenen Jahren viele offene Stellen. Selten war es so unklar, wie die deutsche Elf im nächsten Turnier aussehen wird.
In einer Sonderfolge "Kicken können sie" gibt die Sportredaktion von ZEIT ONLINE Gratistipps. Üblicherweise bespricht unser Fußballpodcast jedes Mal ausführlich einen Spieler oder eine Spielerin. Diesmal stellen die beiden Hosts Christian Spiller und Oliver Fritsch ihre deutsche Elf auf – und begründen ihre Auswahl.
Deutschland mögen die herausragenden Individualisten von 2014 fehlen, als vier Spieler zur Weltklasse zählten. Aber Deutschland hat genug gute Spieler, um gegen Österreich oder die Türkei zu bestehen. Spiller setzt auf eine neue Abwehrformation, in der „der unterschätzteste deutsche Fußballer“ steht. Und Fritsch wünscht sich grundsätzlich „auch mal Karo einfach“, schlägt aber auch einen Spieler vor, den öffentlich niemand auf der Rechnung hat.
Der Bundestrainer muss nur zuhören (und sich für eine der zwei Varianten entscheiden), dann kann es noch etwas werden mit der Heim-EM im nächsten Jahr. Gern geschehen.
Schreiben Sie uns! Kritik zur Sendung und Vorschläge für Mister X nehmen wir unter fussball@zeit.de entgegen. "Kicken kann er" ist der Fußballpodcast von ZEIT ONLINE. Er erscheint alle zwei Wochen und widmet sich den besten Fußballern und Fußballerinnen unserer Zeit. Wir reden weniger über Taktik als über das, worauf es im Fußball wirklich ankommt: die Individualität der Spieler. Alle Folgen des Podcasts finden Sie hier, alle Powercard-Wertungen hier.
Szenen und Texte, über die wir in der Folge gesprochen haben:
Deutschland braucht Hilfe aus dem Ausland
„Ich bin das Spiel“ – über Konzepttrainer
Der Großkarierte
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Nov 22, 2023

1hr 14 min

Endlich ein Abwehrspieler! Der Wunsch vieler Hörerinnen wird erhört. Dabei ist der Protagonist von Kicken kann er, dem Fußball-Podcast von ZEIT ONLINE, so beliebt wie umstritten. Sergio Ramos ist der Inbegriff eines Verteidigers und war länger als ein Jahrzehnt der Anführer von Real Madrid. Mit Verein und Land gewann er alle wichtigen Titel. Nach dem überflüssigen Kapitel PSG haut der 37-jährige inzwischen bei seinem Heimatverein FC Sevilla dazwischen.
„Er ist nicht auszuspielen, der Meister des Zerstörens“, sagt Oliver Fritsch. Der Spanier sei der beste Verteidiger der Zehner Jahre. „Er kommt sogar als bester Fußballer aller Zeiten in die engere Auswahl, als Messi des Verteidigens.“ Fabian Scheler, der andere Host, ist ebenfalls begeistert. „Köpfen, kämpfen, ringen – all das beherrscht Ramos.“ Er erinnere ihn „an Stierkampf, durch seine torrerohafte Eleganz“. Fritsch nennt vier Verteidiger der jüngeren Gegenwart, die seiner Meinung nach fast so stark waren wie Ramos
Ramos ist aber auch umstritten, gar verhasst. „Man hätte ihn noch besser in Erinnerung behalten“, sagt Scheler „wenn er seinen Kopf nicht manchmal ausgeschaltet hätte“. Ramos hat in seiner Karriere 28 Rote Karten erhalten, er war heißblütig und brutal. „Er war ein Fußballarschloch“, schreibt User Philipp.
Weil Scheler und Fritsch selbst oft in der Abwehr kickten, heben sie in der Folge an zu einem Lobgesang auf die Ethik und die Kunst des Verteidigens. „Ein echter Verteidiger sagt: ‚Ich mach den größten Dreck weg.‘“, sagt Fritsch. „Verteidigen macht Spaß.“ Es sei auf keinen Fall weniger wert als Angreifen. Blocken, Grätschen und Doppeln, Abdrängen, Stechen und Zocken – Verteidigen sei facettenreich. „Es wurde Zeit, dass wir das einmal hervorheben“, sagt Scheler.
Szenen und Texte, über die wir in der Folge gesprochen haben:
Ramos’ Tor im CL-Finale gegen Atlético I
Ramos’ Tor im CL-Finale gegen Atlético II
When Sergio Ramos loses control
Vinnie Jones und die schnellste Gelbe Karte der Premier-League-Geschichte
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Nov 8, 2023

1hr 4 min

Heute schon zu Islands in the Stream getanzt? Viele Menschen bewegen sich derzeit jedenfalls im Takt von David und Victoria Beckham durch Küchen und Wohnzimmer. Inspiriert von der erfolgreichen Netflixdoku, die die beiden, das Leben und den Fußball feiert. Und sich ganz nebenbei einer sportlichen Frage annähert, die sich wohl manches Pärchen beim Schauen auf dem Sofa stellt: Wie gut war David Beckham als Fußballer wirklich?
Auch die Hosts von Kicken kann er, dem Fußballpodcast von ZEIT ONLINE, beschäftigt diese Frage. Deshalb gibt es nun erstmals eine Classic-Folge, in der kein aktueller Fußballer besprochen wird, sondern einer, der schon eine Weile nicht mehr aktiv ist. So sehr wie Beckham hat das kaum jemand verdient. Denn: "Beckham hat den Sport vorangebracht. Er war ein Fußballrevolutionär", sagt Oliver Fritsch. "Er hat eine neue Präzision und Technik in das Spiel gebracht."
Beckham stand und steht vielleicht immer noch im Ruf, eher das Produkt guter Vermarkter als ein wirklicher Ausnahmefußballer gewesen zu sein. Dem widersprechen beide Hosts streng. "Sein Prominentenstatus lenkt ab von dem, was er fußballerisch draufhatte", sagt Christian Spiller. Oliver Fritsch stimmt zu. "Wer was anderes sagt, ist der Kapitalismuskritik aufgesessen."
Die beiden erklären, warum Beckhams rechter Fuß womöglich der beste des Weltfußballs war. Sie meinen zu wissen, wie man Ecken, Flanken und Freistöße wie er treten könnte, und erläutern, warum es falsch ist, ihn allein auf diese Qualitäten zu reduzieren.
Auch im Podcast: ein größtmöglicher Zwist bei den Top 5 der besten Freistoßschützen. Warum jeder einen Gary Neville braucht. Und Oli Fritschs Lieblingssongs der Spice Girls.
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Szenen und Texte, über die wir in der Folge gesprochen haben:
Beckhams Ecken im Champions-League-Finale 1999 gegen den FC Bayern
Best of Beckham
Trailer Netflixdoku
Spiel gegen Griechenland
New-York-Times-Text über Katar
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Oct 25, 2023

59 min

Die Expertinnen stauen, die Fans wundern sich, das Fußballland sucht nach Erklärungen. Harry Kane? Serhou Guirassy! Der Stuttgarter hat in den ersten acht Spielen schon 14 Tore geschossen. Das hat noch nie jemand zuvor in der Bundesliga hinbekommen, kein Robert Lewandowski, kein Gerd Müller, kein Niclas Füllkrug. Ist das ein Wunder und wie ist es möglich? Ist Guirassy wirklich so gut? Warum trifft er, der in Köln auch schon bespöttelt wurde, erst im Alter von 27? Hat man das bisher übersehen?
Genau die richtigen Fragen für unseren Fußballpodcast Kicken kann er. Die beiden Hosts Fabian Scheler und Oliver Fritsch sezieren zunächst die Stärken des guineisch-französischen Stürmers. "Er ist schnell, schussstark, hat ein wunderbares Timing beim Abschluss und kann köpfen", sagt Fritsch. Noch dazu verfüge er über großes Selbstvertrauen und genieße "einen Lauf", sagt Scheler. "Zurzeit könnte er wohl aus 50 Metern abziehen, und der Ball ginge rein."
Doch Guirassy hat auch Schwächen. Technik und Dribbling seien eher nicht gut ausgeprägt, mit ihm lasse sich nicht gut kombinieren. "Er muss bedient werden", sagt Fritsch. Allein erschaffe er sich wenig Chancen. "Gut, steht auf meinem Zettel", liest Scheler seine Gesamtzensur für diesen Spieler vor. Daher glauben beide Hosts, dass Guirassy zwar weiter treffen wird, aber keine weiteren Rekorde brechen wird.
Der entscheidende Grund, warum es so gut läuft, liegt bei seinem Verein. "Der VfB hat begonnen, sein riesiges Potenzial endlich wieder auszuschöpfen", sagt Fritsch. Stuttgart sei einer der fünf großen Standorte in Deutschland. Seit einiger Zeit setze der VfB wieder auf die richtigen Leute – auf dem Platz und daneben. Eine wichtige Personalentscheidung war die Trennung von Sven Mislintat, dem Sportdirektor, der den VfB mehr oder weniger allein geführt hat.
"Nun ist in Stuttgart ein Team am Werk", sagt Fritsch, was dem VfB guttue. Und Guirassy profitiere von der neuen Stärke der Mannschaft. Im Fußball (und in diesem Podcast) komme es auf individuelle Qualität an, "aber allein ist man in diesem Teamsport nichts".
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Die aktuelle Aufnahme datiert vom 20. Oktober. Einen Tag später schoss Serhou Guirassy seine Mannschaft in Berlin in Führung, kurz darauf wurde er verletzt ausgewechselt und fällt nur einige Wochen aus._
Szenen, die wir in dieser Folge besprochen haben:
Guirassys Tore in der aktuellen Saison
Tor Endo: Klassenerhalt in letzter Minute
Jürgen Klinsmann, Niederlande 1990
Alle Powercard-Wertungen
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Oct 11, 2023

55 min

Wie lange ist man eigentlich ein Talent? Leroy Sané ist mittlerweile 27 Jahre alt. Und obwohl niemand seine überragenden Qualitäten abstreitet, würde kaum jemand sagen, dass Sané der überragende deutsche Spieler der Gegenwart ist. Warum, das versuchen die beiden Hosts von Kicken kann er, dem Fußballpodcast von ZEIT ONLINE, zu ergründen.
"Sané ist ein abhängiges Genie", sagt Oliver Fritsch. Ein Spieler, der mehr als andere einen Rahmen und ein Setting braucht. Mit seinen Dribblings, seiner Höchstgeschwindigkeit, seiner Ballkontrolle und seinem manchmal fast zu genauem Schuss ist Sané ein disruptives Element im modernen Fußball. Er kann den Unterschied machen. Aber er hängt davon ab, was sein Trainer ihm vermittelt. Fachlich und emotional. "Sané ist ein Spieler, der Vertrauen braucht", sagt Fritsch. "Er ist ein Anti-Führungsspieler."
Unter Thomas Tuchel jedenfalls scheint Sané besser zu funktionieren als unter dessen Vorgängern Nagelsmann und Flick. Dafür zumindest sprechen seine sechs Tore und eine Vorlage in der laufenden Saison. Der beste Sané aller Zeiten? Vielleicht. Blöd nur, dass er bald unter Julian Nagelsmann zur EM muss.
Die Hosts schwärmen aber auch von seiner Ästhetik. "Sané streichelt den Rasen, wenn er über ihn läuft", sagt Christian Spiller. Er spielt elegant und leichtfüßig, dank der Gene eines ehemaligen Profifußballers und einer 32-fachen Deutschen Meisterin der Rhythmischen Sportgymnastik.
Außerdem wird in der Folge über Eigentattos und Eisbärenjacken geredet und die damit zusammenhängende Frage, ob Sané mit anderen Maßstäben bewertet wird als seine Kollegen. Es geht darum, was Pep Guardiola an Sané störte und die Hosts sind sich erschreckend einig über den ersten Platz in der Kategorie Top 5, die sich dieses Mal um Fußballersöhne dreht.
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Szenen und Texte, über die wir gesprochen haben:
[Tor gegen Liverpool](https://www.youtube.com/watch?v=WetnNjQQtL4&t=83s)
[Tor gegen Leipzig](https://www.youtube.com/watch?v=aGluE2V_lR0&t=237s)
[Spiegel-Interview über sein Tattoo und sein Image](https://www.spiegel.de/sport/fussball/leroy-sane-vom-fc-bayern-muenchen-die-leute-stecken-mich-in-diese-bling-bling-schublade-a-6f4d63ec-2b16-4539-9e8f-1385b8811d5e)
[Alle Tore für Manchester City](https://www.youtube.com/watch?v=s-1ZGQ0Qb6I)
[ZwWdF-Video über Souleyman Sanés Besuch bei Wattenscheid 09](https://www.youtube.com/watch?v=nEJyY5P7Kjc)
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Sep 27, 2023

53 min

Diesmal gibt es 53 Minuten gepflegten Hass, denn die aktuelle Folge von Kicken kann er, dem Fußball-Podcast von ZEIT ONLINE, befasst sich mit Neymar. Er ist so begabt, er hätte regelmäßig mit Lionel Messi und Christiano Ronaldo um den Ballon d’Or wetteifern können. Er hätte Pelé den Status des besten Fußballers der Geschichte Brasiliens streitig machen können. Er zog etwas anderes vor: Party, Luxus, Kohle.
Neymar sei ein abschreckendes Beispiel, sagt Fabian Scheler, einer der beiden Hosts. "Er ist das verschwendetste Talent der Welt und die Figur des Hyperkommerz im Fußball." Neymar sei der Inbegriff der Dekadenz, sagt Oliver Fritsch, der andere Host. "An seinem Spiel, an seinen sinnlosen Dribblings kann man ablesen, wie zu viel Geld dem Fußball sogar auf dem Platz schadet."
2015 wurde Neymar als einer der überragenden Spieler Champions-League-Sieger mit dem FC Barcelona, ein Jahr später führte er sein Land zu Olympia-Gold in Rio. Doch bald wechselte er für die noch heute gültige Rekordsumme von 222 Millionen Euro zu PSG, "diesem identitätslosen Gebilde" (Fritsch). Dort schoss er zwar viele Tore, doch entwickelte er sich auch zum "Ich-Ich-Ich-Kicker", der das Gegenteil verkörpere, "weswegen dieses Spiel erfunden wurde", sagt Fritsch. Am Ende protestierten wütende Fans vor seiner Villa. "PSG beweist", sagt Scheler "man kann Erfolg nicht einfach kaufen."
In diesem Sommer wechselte der erst 31-jährige Neymar für extrem viel Geld nach Saudi-Arabien, praktisch in den Vorruhestand. Möglicherweise, fragen sich die Hosts, sei Neymar ein Opfer des kapitalistischen Fußballsystems. Fritsch legt sich fest: "Neymar ist eine Witzfigur."
**Szenen und Texte, über die wir gesprochen haben: **
[Neymar verliert die Nerven](https://www.sport1.de/news/fussball/2023/09/neymar-ausraster-bei-cl-debut)
Neymar-Ausraster
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Version: 20241125